Tipps & Tricks

Aufräumen mit Kindern – so klappt´s

„Hier sieht´s ja aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen“ – diesen oder ähnliche Sätze werden die meisten von uns in Ihrer Kindheit das eine oder andere Mal gehört haben. Und tatsächlich sind Kinderzimmer in den seltensten Fällen Musterbeispiele für Ordnung – da liegen die Lego-Steine, Malbücher, Stifte und anderes Spielzeug wild auf dem Boden verteilt, dazwischen vielleicht ein Teller oder ein Glas, die Klamotten sind nicht im Schrank, sondern einfach überall… Damit das Aufräumen nicht zu einem Drama mit Tränen und Wutanfällen ausartet, haben wir für Sie einige Tipps zusammengestellt. 

4 Tipps für aufgeräumte Kinderzimmer – ohne Stress

Das Wichtigste direkt vorweg: Das Kinderzimmer sollte auch immer genau das sein – das Zimmer des Kindes. Sie sollten daher weder Ihre eigenen Ordnungs- und Sauberkeitsansprüche für Küche, Bad, Schlafzimmer usw. eins zu eins auf das Kinderzimmer übertragen, noch Ordnungssysteme installieren, die für Ihr Kind zu hohe Hürden darstellt (beispielsweise indem die Lieblingsbücher auf einem Regal stehen, das für das Kind ohne Hilfe nicht zu erreichen ist). 

 

Ordnung vorleben

 

Kinder lernen durch Nachahmen. Wenn Sie also Ihre Sachen überall in der Wohnung liegen lassen, signalisieren Sie Ihrem Kind dadurch, dass Ordnung gar nicht so wichtig ist. Leben Sie daher vor, was Sie unter Ordnung verstehen, beispielsweise indem Sie Einkäufe immer direkt im Schrank verstauen, Schlüssel und Schuhe ihren festen Platz haben und gebrauchtes Geschirr nach Nutzung direkt in die Küche bringen. Dieses Verhalten sollte so selbstverständlich erfolgen. Größere Aufgaben wie der regelmäßige Hausputz sollten nicht mit Ächzen und Stöhnen, sondern möglichst mit Spaß erledigt werden, indem Sie beispielsweise Ihre Lieblingsmusik auflegen. So lernen die Kinder, dass Aufräumen keine lästige Pflicht, sondern eher ein Vergnügen ist – und werden das nachahmen. 

 

Überflüssiges ausmisten

 

Mit der Zeit sammelt sich im Kinderzimmer immer mehr an – die fünfte Puppe von Oma, das zehnte Malbuch von Freunden, alte Kleidung usw. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem auch beim besten Willen kein vernünftiges Aufräumen und Ordnung halten mehr möglich ist und an dem ausgemistet werden sollte. Das sollten Sie jedoch NIE ohne das Kind tun, schließlich wollen Sie auch nicht, dass Ihnen jemand Ihre Sachen einfach so wegnimmt. Gehen Sie gemeinsam durch, was zu alt, zu kaputt oder einfach zu uninteressant ist und sortieren Sie diese Sachen aus. Ist sich Ihr Kind unsicher, können Sie eine extra Kiste bereithalten, die Sie im Keller oder Dachboden verstauen – so sind die Sachen zwar aus dem Kinderzimmer entfernt, aber immer noch da. 

 

Feste, kindgerechte Regeln vereinbaren

 

 Damit es gar nicht erst soweit kommt, dass das komplette Kinderzimmer aufgeräumt werden muss, sollten Sie mit Ihrem Kind feste Regeln vereinbaren. Sie können das tägliche Aufräumen in feste Strukturen einbauen, indem z.B. jeden Abend vor dem Zähneputzen beim Lieblingslied des Kindes die Spielsachen in Kisten geräumt werden, an die es ohne Probleme kommt. Bei Schulkindern könnte eine Vereinbarung sein, dass der Schreibtisch abends ordentlich aufgeräumt wird und ganz allgemein, dass einmal in der Woche so weit frei ist, dass man problemlos durchsaugen kann. Finden Sie heraus, was für Ihre Familie funktioniert und halten Sie sich dann alle daran. 

 

Klare Aufräumanweisungen formulieren

 

Wüssten Sie sofort, wo Sie anfangen sollten, wenn Ihr Auftrag wäre: „Räum die Wohnung auf!“? Wahrscheinlich nicht – und das gilt auch für Kinder. Ansagen wie „Räum dein Zimmer auf!“ sind viel zu unspezifisch und überfordern die Kinder. Konkretisieren Sie Aufträge daher so, dass Ihr Kind diese versteht. „Räum deine Bauklötze bitte in die grüne Kiste“ ist eine konkrete Anweisung und kann mühelos erledigt werden. Vergessen Sie nicht, Ihr Kind nach Erledigung positiv zu bestärken und zu loben – so wird es beim nächsten Mal motivierter sein. 

 

Akzeptieren Sie auch Ausnahmen beim Aufräumen 

Mit unseren Tipps wird Ihrem Kind das Aufräumen schon wesentlich einfacher von der Hand gehen. Doch keine Regeln ohne Ausnahmen – und die sollten Sie auch für Ihr Kind akzeptieren. So kann die selbstgebaute Höhle zwar für Erwachsene chaotisch aussehen, für Kinder jedoch ein Abenteuer sein, das am nächsten Tag fortgesetzt wird. Oder die Bastelarbeit ist noch nicht abgeschlossen, hier alles wegzuräumen wäre kontraproduktiv. Erkennen Sie die Kreativität Ihres Kindes an – und verschieben Sie das Aufräumen auf einen anderen Tag.

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