Kleinkinder

Einschlafprobleme bei Kindern

Dass ausreichend viel und guter Schlaf wichtig ist, wissen Eltern spätestens seit der ersten Zeit mit einem Baby, in der Schlafmangel zum Alltag wird. Bei Kindern sind gelegentliche Einschlafprobleme völlig normal – sei es weil der vergangene Tag so aufregend oder der kommende wichtige Herausforderungen bereit hält, die für Vorfreude oder aber auch etwas Ängstlichkeit sorgen. Halten Einschlaf- und Schlafprobleme bei Kindern jedoch über einen längeren Zeitraum an, sollten Eltern Maßnahmen ergreifen, bevor sich die Probleme verfestigen. 

 

Was sind gravierende Schlafprobleme? 

Grundsätzlich lassen sich Schlafstörungen in 3 Kategorien einteilen: 

  • Einschlaf- und Durchschlafstörungen (Insomnien, Betroffene brauchen lange zum Einschlafen und liegen nachts mehrere Stunden wach) 
  • Unterbrechungen des Schlafprozesses (Parasomnien, z.B. Schlafwandlungen, Alpträume) 
  • Müdigkeit und Schläfrigkeit am Tag (Hypersomnie)

Dabei ist nicht jedes „Ich kann nicht einschlafen!“ oder „Ich habe schlecht geträumt!“ gleich eine Schlafstörung. Bei Kindern über 12 Monaten spricht man erst dann von einer ernsthaften Schlafstörung, wenn 

  • die Schlafprobleme mindestens vier Wochen lang die Nachtruhe beeinträchtigen.
  • das Kind durch den fehlenden oder schlechten Schlaf am Tag beeinträchtigt, z.B. unkonzentriert und nervös, ist.
  • das Kind sich stets antriebslos und schlapp oder aber völlig überdreht ist.

 

Was sind die Ursachen für Schlafstörungen bei Kindern? 

Die Ursachen für Schlafstörungen bei Kindern können ganz unterschiedlich sein und sollten unbedingt abgeklärt werden. 

  • Wenden Sie sich an Ihren Kinderarzt, um festzustellen, ob organische oder seelische Gründe vorliegen, die behandelt werden müssen. So können beispielsweise Autismus, Aufmerksamkeitsdefizitsyndome und geistige oder körperliche Behinderungen, aber auch Allergien ursächlich mit den Schlafstörungen zusammenhängen. 
  • Schlafstörungen sind oftmals auch Ausdruck von Tagesstörungen. Überprüfen Sie, ob Ihr Kind tagsüber einer Reizüberflutung ausgesetzt ist, beispielsweise zu viel oder ungeeignetere Medienkonsum. 
  • Auch Ängste können sich in Schlafproblemen manifestieren. Gab es im Umfeld des Kindes kürzlich gravierende Änderungen wie eine Trennung, ein Umzug oder einen Trauerfall? Auch Ängste vor der Schule, Leistungsdruck oder Stress können zu Schlafstörungen führen. 

Tipp: Führen Sie ein Schlaftagebuch, in dem Sie die Schlaf- und Wachzeiten Ihres Kindes und die gesamte Schlafzeit ebenso festhalten wie Schlafgewohnheiten.

 

Was hilft bei Schlafstörungen? 

So individuell die Ursachen für eine Schlafstörung sein können, so individuell sind auch die Lösungsmöglichkeiten. 

  • Bei erkannten organischen oder seelischen Gründen kann eine Behandlung bei einem entsprechenden Facharzt helfen – Ihr Kinderarzt wird Ihnen entsprechende Ansprechpartner nennen. 
  • Führen Sie altersgerechte Einschlafrituale ein. Der feste Ablauf hilft Kindern, zur Ruhe zu kommen und Abstand vom Tag zu gewinnen. 
  • Im Schlafzimmer des Kindes sollte es möglichst immer gut gelüftet, ruhig und zur Nacht auch dunkel sein. Manche Kinder können allerdings besser schlafen, wenn ein kleines Nachtlicht brennt oder die Zimmertür einen Spalt offensteht. 
  • Achten Sie darauf, dass die Mediennutzung (Computer, Fernsehen usw.) mindestens eine Stunde vor dem Zu-Bett-Gehen beendet wird. 
  • Ängste und Sorgen der Kinder sollten stets ernst genommen werden. Besprechen Sie die Ängste mit Ihren Kindern und erzählen Sie, was Ihnen geholfen hat, kindliche Ängste zu bewältigen. 
  • Bei kleineren Kindern kann ein beschützender Teddy helfen, der das Kind im Schlaf bewacht, ältere Kinder und Jugendliche können spezielle Entspannungtechniken lernen, um die nötige Schlafruhe zu finden. 

Schlafprobleme bei Kindern – eine Herausforderung für die ganze Familie 

Wenn Kinder schlecht ein- und durchschlafen, ist das nicht für sie selbst ein Problem – auch das Familienleben kann darunter leiden. Daher ist es wichtig, sich frühzeitig Hilfe zu besorgen und das Kind dabei zu unterstützen, seinen eigenen Schlafrhythmus zu finden.

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